Oma wäre am Freitag 79 78 Jahre alt geworden, genau wie Opa der 1995 gestorben ist.
Eine Waage als Sternzeichen und noch viel mehr in Echt.
Eine Bilderbuch-Waage, ein wunderbares Beispiel für Ausgeglichen- und Gelassenheit.
Am 11.10 war ihr Begräbniss, wir haben Oma beerdigt, im Rahmen ihrer Verwandten, Nachbarn und Freunde,
Alle waren sehr gerührt. Alle haben sinngemäss gemeint: “das es ihr SO schlecht geht, hätten wir nicht vermutet.”
“sie hat noch witze erzählt beim letzten treffen, das das jetzt SO schnell geht”
“ihr Gedicht letztens war so voller Witz und Charme und jetzt DAS”
bis hin zu: “jetzt hat sie uns alleine gelassen! , die resi”
Vermutet hab ichs auch nicht, ich habs leider gewusst. Gesagt ist es mir ständig worden.
Man hätte es trotzdem nicht vermutet. Nein vermutet hätte man es nicht. Ich hätte es wissen sollen, nein wahrhaben hätt ich es sollen, sie hat es gewusst, sie hat es uns nicht wissen lassen. nein sie hat es auch nicht wahrhaben wollen. Die Ärzte haben es gesagt, vor mehreren jahren schon, ich habs auch immer nachgesagt aber nie wirklich “SO” gemeint. Die Hoffnung nicht aufgebend hab ich mich, “ich hoffnungloser schönreder” in etwas Unmögliches und gleichzeitig Unlösbares verlaufen. Ein massiver gordischer Knoten der einerseits so dick und unentwirrbar ist, gleichzeitig genau jetzt, wie von selbst, explodieren muss, ja eigentlich eher implodiert.
Wie ein schwarzes Loch, im Grunde sich selbst auffressend und am Schluss nur die Leere und vielleicht zusätzlich noch ein Vakuum zurücklassend. Eigentlich weniger als nichts.
Vor nicht ganz zwei Jahren ist mir die Oma mal während dem essen weggekippt. Ganz aus heiterem Himmel. Vorher hatte sie noch gekocht und auf die Frage wie es ihr denn geht, erwiderte sie blos: danke, mir gehts gut peter, was gibts neues bei dir ?
Ich erinnere mich noch ganz genau und zwar mit schaudern an diesen einen jenen Tag, als Laie würde ich diagnostisch vermuten: Kreislaufkollaps. In dem Moment war mir das allerdings vollkommen egal. Ich haderte mit mir selbst, versuchte gleichzeitig ruhig und den Umständen entsprechend gelassen zu bleiben. Geistesgegenwärtig hab ich oma geschnappt, in eine stabile Lage gebracht und mit einer Decke eingewickelt.
Ein paar Minuten, es mögen auch nur Sekunden gewesen sein, hat sie dann gottseidank die Augen wieder geöffnet.
Und ca. eine Stunde später war Oma wieder wie ausgewechselt, ganz offensichtlich putzmunter und wieder vollkommen unbeinträchtigt. Ein Paradebeispiel dafür wie Oma eigentlich war. und Oma war immer so, gleichbleibend konstant. die Oma halt. immer die selbe. Beneidenswert konsequent. Tatsächlich hatte sie diese “Ausfälle” sehr periodisch in der letzten Zeit, sie berichtete mir erst vor Kurzem von einem erneuten Zusammenbruch. Interessanterweise fand Oma das auch bis zu einem gewissen Grad sogar recht witzig zumindest versuchte sie mir das so zu vermitteln. Sie hatte auch ein Armband mit einem Knopf der im Ernstfall die Rettung verständigen sollte, dieses Band lag jedoch die meiste Zeit “unbenutzt” und jeglicher Daseinsberechtigung entraubt in ihrem Sichtbereich am Wohnzimmerregal. Ja, so war die Oma. Hilfe hat sie fast negiert und erst im letzten Moment in Anspruch genommen.
Sie hat sich ihren Humor und ihren Witz behalten, bis zum Ende, zum Teil hatte man den Eindruck mit einem jungen Mädchen zu telefonieren. Erst von Angesicht zu Angesicht war dann doch klar das diese Frau sehr viel Erfahrung hatte.
Geistig war sie jedoch junggeblieben: Immer noch genau die Selbe Theresia Ögger die, selbst noch fast ein Kind, ihren Geschwistern die Mutter ersetzten musste. Ihre Kindheit war deswegen auch um vieles kürzer trotzdem konnte sie beweisen welche Mutter-qualitäten sie schon im zarten Alter von 17 hatte. Vielleicht war das mitunter ein Grund für ihren beneidenswerten geistigen Jungbrunnen.
Der Dechant hat so eine schöne Messe gehalten: die mit Sicherheit Schönste die ich je gehört hab und der Oma gebührend.
Der Vergleich von Leben und Tod mit einem Sonnen auf und dem Untergang, ich finde die Metapher so unvergleichlich schön und diese eben zog sich durch die ganze Trauerfeier. Dieses Sinnbild spiegelt sich auch auf der Todesanzeige wieder und ich weiss ganz genau das oma das auch sehr gefallen hätte. Der Tatsächliche Abschied, das verabschieden am Grab, ist mir sehr schwer gefallen, es hat sowas ganz endgültiges, den Sarg in dem Erdloch zu sehen und Erde hinein zu werfen, quasi zuzuschaufeln. Oma hat von jedem zum Abschluss noch eine rote Rose bekommen und ich hab ihr zusätzlich noch einen Brief geschrieben.
schlaf gut Oma und bleib bitte immer bei uns. Wir brauchen dich.
Unsere liebe begleitet dich.





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[...] 091. Internetseite — google ist das tor zu allen. 092. Familenmitglied –- schonwieder oma. 093. Stift — am besten einer der schreibt. eine gewisse affinität zu [...]
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