Ich steh total auf Bögen. Sportbögen aller Art, wobei: japanische Langbögen also Yumis sind hier meine klaren Favoriten.
Auch im übergeordneten Sinn, z.B. finde ich Regen”bögen” wunderbar. Ein kleines Wunder im Alltag und schön zum anschauen. Die Sonne am Horizont hat beim Auf- und Untergehen auch was von einem Bogen.
Bogenförmige Wellen am See oder Meer, ein Tropfen der die Wasser-Oberflächenspannung bricht.
Eigentlich ist alles irgendwie bogenförmig, wenn man davon ausgeht das es auf Erden keinen perfekten Kreis gibt.
Im Prinzip kann man jede Ellipse in Sektoren zerlegen und erhält beliebig viele Bogen-segmente.
Aber ich will an dieser Stelle nicht über Euklid bzw. Geometrie labern, sondern eigentlich über Kyudo.
Die Zeremonie nämlich, ist beim Kyudo das Wichtigste. Es geht nicht um das Schiessen und den Schuss ansich.
Das Wesentliche, der Höhepunkt, ist trotzdem der Schuss, doch genaugenommen ist das Nachher und erst das Vorher genauso wichtig. Es geht also um den ganzen Vorgang, den Ablauf. Alleine schon das Bespannen vom Bogen kann ganz ohne Krafteinwirkung passieren. Eigentlich beginnt das schon viel früher, nämlich beim Bogenbau. Bei der Auswahl vom Holz und bei der Bearbeitung von eben diesem. Nicht zu vergessen den Pfeilbau, das sammeln von Sehnen, Giften, Stein- und Pfeilspitzen usw.
Früher wurden ganz spezielle Hölzer für den eigenen Bogen ausgewählt, das Holz hatte ein gewisses Alter also eine gewisse Dicke. Daraus wiederum resultiert eine gewisse Flexibilität welche ja notwendigerweise bei einem Bogen dazugehört. Die Bearbeitbarkeit eines Holzes war und ist ebenfalls ein Auswahlkriterium. Es gehörte also damals wirklich sehrviel Wissen zum Thema Bogen und das ist auch heute noch so. Man erlernte vom Vater, vom Lehrer genau dieses Wissen und der Lernprozess dauerte oft ein ganzes Leben lang. Das Ziel hierbei sollte sein, ein guter Krieger zu werden oder die Bevölkerung mit Nahrung versorgen.
In der heutigen Zeit gibt’s Composite-Bögen aus z.B. Glasfaser welche eine Belastbarkeit und auch Haltbarkeit mitbringen welche man mit Holz niemals erreichen würde. Das ist mitunter ein Grund warum ich Holzbögen lieber mag. Es hat sowas von Unberührtheit von Unnahbarkeit und auch die Unverfälschtheit, die Härte dazu die Elastizität verbunden mit dem geringen Gewicht, ein Geschenk Gottes. Holz ist schon ein schönes Material und riecht auch so gut. genau wie ich Bäume mag, hab ich Holz in mein Herz geschlossen.
Das Sportschiessen finde ich auch recht interessant und es ist ganz natürlich, der nächste logische Schritt und die Weiterentwicklung für den Bogensport. Genau wie fast in jeder Sportart, immer leichtere Materialien, immer belastbarer und robuster, trotzdem immer genauer. Mit Gegengewichten perfekt ausgelotet, zentriert und gewuchtet. Mit Zeiss Optik ausgerüstet fast mit der Technik eines Scharfschützengewehrs ausgerüstet, ist es mit etwas Geschick, Training und vor Allem Atemtechniktraining, kein Problem auf hundert Meter oder mehr zu treffen. Das ist ein schöner Sport, er hat bestimmt seine Daseinsberechtigung. Trotzdem ist mir das ein wenig zu technisch.
Was mich aber vielmehr interessiert ist die japanische Variante nämlich Kyudo:
Eine Art Bogen Yoga, die Technik der Samurai wenn man so will, mindestens genausoalt wie Yoga, die Teezeremonie oder die japanischen Schriftzeichen. Ebenfalls sehr spannend finde ich die Tatsache das in der heutigen Zeit immernoch Kyudo praktiziert wird. Vielleicht ist das gerade modern, ich weiss es nicht. Ich beschäftige mich jetzt fast schon zwei Jahre mit dem Bogenthema und hab allerhand Bücher dazu gelesen. Sooft die Zeit es zulässt trainiere ich und besorge mir Bogen - know-how. Zudem ist ernennenswert wieviel Quellen es für dieses Thema gibt. Zum Teil uraltes Wissen wartet nur darauf wiederentdeckt zu werden. Interessanterweise verbunden mit einer Vertrautheit als wäre man selbst ein ausgebildeter Schütze der den Blick fürs Wesentliche verloren hat. Es ist schon erstaunlich wieviel Kraft in einem Stück Holz stecken kann. Das zeigt sich auch wenn man Holz z.B. anzündet. Es ist mit einem Holzbogen und Pfeil kein Problem ein Garagentor aus Blech oder Aluminiumn zu durchschlagen, eine tödliche Waffe eben genau dafür konzipiert um zu jagen oder Krieg zu führen, also zu töten. Dabei wird der Pfeil mit einer Wucht wegkatapultiert das das menschliche Auge zu langsam ist dem Pfeil-Flug zu folgen. Die Königsdisziplin ist es aus der Bewegung, auf die Bewegung zu schiessen. Also vom galoppierenden Pferd aus, auf ein Ziel das sich ebenfalls bewegt, eventuell auch ein Pferd mit Gegner, zu schiessen. Für mich unerreichbar und das nichtnur weil ich Pferde nicht mag, aber das ist eine andere Geschichte. 
Auf was ich hinauswill ist folgendes:
- Wir haben zwei Teile Holz und einen Faden eine sogenannte Sehne, also nicht allzuviel an Material
- Wir spannen das Holz und die Sehne wird immer automatisch den kürzesten Weg der Verbindung wählen, nämlich die Gerade.
- Wir ändern die Gerade indem wir den Pfeil einspannen und lassen im Anschluss, im Augenblick wo sich der Schuss löst, die Sehne in den Ausgangspunkt zurückschnellen.
- Der Pfeil fliegt Richtung Ziel.
ergo: die primitivsten Naturgesetzte haben oft die durchschlagendste Wirkung
und eigentlich kann man beinahe alles reduzieren wenn man sich blos mal die Zeit nimmt darüber nachzudenken.
Das zeigt wie ich finde sehr schön den japanischen Way-of-Life, hier haben uns die Japaner und eigentlich alle Asiaten ganz Eindeutig was Vorraus.
Beginnend bei einem ganz einfachen Tee, mit der Kräuter und Pflanzenkunde, bei Atemübung und Körperbeherrschung, in der Kalligraphie und wie ich meine auch bei der Ernährung und bei alternativen Heilmethoden. Schön das dieses jahrtausende alte Wissen trotzdem erhalten bleibt und sich offensichtlich momentaner Beliebtheit erfreut. Bleibt nur zu wünschen das das auch so bleibt. Im Gegensatz zur Gentechnik zur Entschlüsselung der DNA bringt das die Menschheit bestimmt weiter bzw. zurück dorthin wo sie schoneinmal war.
Zurück in die Zukunft
sozusagen.
reduce to the max + stay simple = 6 wörter, 24 buchstaben und trotzdem oder genau deswegen meine ganze Wahrheit.
Direktlink zum Video auf Youtube





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[...] für Projectmanagement und Realisierung zuständig. Besonders fasziniert bin ich privat von Lang-Bögen bzw. generell dem Bogensport, außerdem fahre ich gerne mit meinem Mountainbike herum, [...]
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