Vor drei Tagen funktionierte plötzlich mein geliebter, nein besser hochgeschätzter, Ipod nichtmehr. Das ist deswegen erwähnenswert weil eben dieser, in der Vergangenheit, meine beinahe täglichen Radtouren versüsst hat und ich ein bisschen audiophil bin. Ungesüsstes biken hat auch eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Das hab ich gestern erfahren dürfen. Glück im Unglück sozusagen. Keine musik im ohr ist anders und regt in meinem fall das Denken an. Ich will damit nicht behaupten das Musik mich nicht anregt, schöne Texte animieren sehr zum philosophieren. Es ist lediglich ganz interessant was mir da gestern durch den kopf ging und deswegen schreib ich das besser mal hier auf …
Nämlich der Gedanke bzw. das Gedankenexperiment welche der Eigenschaften bei den Menschen am weitesten verbreitet ist: „Angst oder Trägheit”
(das kam mal in irgend einem Film vor,k.a warum ich jetzt daran denken muss oder darf)
Das zu pauschalieren denke ich mir, ist unmöglich, so verschieden die Fingerabdrücke und DNA-Informationen sind so unterscheidet sich auch die subjektive Wahrnehmung und das Umfeld in das man geboren wird. Manche Menschen können es sich definitiv garnicht leisten immer träge zu sein weil sie der ständigen Angst ausgesetzt sind. Andere hingegen wissen garnicht was Angst ist und können träge auf den Wellen des Lebens den Höhen und Tiefen mitschwimmen und mitsurfen.
Das ist und war mir von Anfang an klar. Ganz bewusst.
Es geht hier auch nicht darum ein Urteil zu fällen und alles über einen Kamm zu scheren das ist leider unmöglich.
Es geht vielmehr darum mich persönlich in eben eine dieser Schubladen zu stecken und ev. etwas schlauer aus mir selbst zu werden.
- Zur Angst:
Ich hab kaum Angst, nein ich bin sicher nicht recht ängstlich im täglichen Leben.
Natürlich bin ich nicht angstlos, ganz normale Ängste wie Trennungsangst oder Angst um ein krankes Familienmitglied.
Was wir aber alle haben, davon geh ich zumindest aus, ist die Angst irgendwann zu sterben.
Deswegen beeindrucken mich Menschen wie Tim Leary oder Ghandi die am Sterbebett grinsend oder lächelnd scheinbar ohne Angst für immer einschlafen.
Da denk ich mir, so möcht ich auch mal … nur wer will das nicht?
Mein Opa hat Glück gehabt und ich hoffe das hört sich nicht allzu pietätlos an, ihm hat im sitzen der Schlag getroffen.
Der Arzt hat gesagt das hat nur ein paar Sekunden gedauert und verlief reativ schmerzfrei und ohne gequältwerden. Er hätte sich das sicher so gewünscht. Im Gegensatz dazu stelle ich es mir schrecklich vor auf dem Sterbebett dahinzuvegetieren, davor hab ich Angst.
Also nochmal ich denke nicht das ich recht ängstlich bin …
die ganz normalen, instinktiven existenzängste - schublade auf und rein mit mir.
- Zur Trägheit:
Mein neuer Lieblingsvergleich, der hoffentlich nicht allzu hinkt. Genau wie die Gurke ist der Mensch zum grossteil aus Wasser. Genau wie das Wasser den Berg herunter rinnt (und sicher nicht hinauf) und sich somit den „einfachsten” Weg sucht. Genauso bin ich auch … Genaugenommen bin ich nicht sehr stolz drauf das das so ist.
Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung, wies so schön heisst. Natürlich bin ich auch ein bisschen Idealist, sonst würde ich z.B. das hier nicht schreiben. Wasser ist ja auf Grund seiner Aggregatzustände auch recht flexibel. Mal flüssig mal gasförmig und mal fest. Zusätzlich finde ich sollte erwähnt werden das Wasser zwar träge und schwerfällig sein kann
sich aber bestimmt nicht vom rechten Weg abbringen lässt. Genau wie das Wasser bin ich sehr träge, das wird mir bei meiner ungesüssten Bike-tour bewusst als ich meine Füsse in den abkühlenden Fluss halte. Und ich schätze das Wasser das zum denken anregt, still und konsequent dahinflisst und sich dabei nicht vom weg abbringen lässt.
… Und eigentlich ist mir jetzt nichtnur gerade egal das mein Ipod kaputt ist, ich freu mich sogar ein wenig darüber und werde in der Zukunft auch mal wieder ohne Musik radfahren.
Bei dem Gedanken angekommen grinse ich in mich hinein und stelle fest das ich scheinbar seit drei Tagen zu träge bin den Ipod zum reparieren zu bringen.
Trägheit ist trotzdem prinzipiell gar nicht schlecht.
Ich werfe mich selbst von der einen in die Träg-Schublade rüber und radle glücklich und bewusst wieder nach Hause.




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